Krankheiten durch Ratten und Mäuse – Risiken, Übertragungswege und Schutzmaßnahmen

May 11, 2026
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Ratten und Mäuse sind nicht nur lästig – sie sind ein ernstes Gesundheitsrisiko. Beide Nagerarten können eine Vielzahl von Krankheitserregern übertragen, ohne dass direkter Kontakt mit den Tieren notwendig ist. Bereits der Kontakt mit Kot, Urin oder Nistmaterial kann ausreichen, um sich zu infizieren. Dieser Ratgeber gibt einen klaren Überblick über die wichtigsten Krankheiten, die Ratten und Mäuse übertragen können – und erklärt, warum schnelles Handeln bei einem Nagerbefall nicht nur eine Frage des Komforts ist.

Warum Nager so gefährliche Krankheitsüberträger sind

Ratten und Mäuse leben in Kanalisationen, Mülldeponien und verrottenden organischen Materialien – Umgebungen, die reich an Krankheitserregern sind. Ihr Körper ist mit Bakterien, Viren und Parasiten besiedelt, die sie über verschiedene Wege an Menschen weitergeben können.

Direkter Kontakt: Bisse oder Kratzer von Nagern können Erreger direkt übertragen – allerdings ist direkter Kontakt mit wilden Nagern selten.

Indirekter Kontakt: Weit häufiger und gefährlicher ist der indirekte Kontakt. Nagerurin, Kot und Speichel kontaminieren Oberflächen, Lebensmittel und Staub. Wer diese Bereiche berührt oder kontaminierten Staub einatmet, kann sich infizieren – ohne je ein Tier gesehen zu haben.

Über Vektoren: Ratten und Mäuse tragen Flöhe, Zecken und Milben, die ihrerseits Krankheitserreger übertragen können – auf andere Tiere und auf Menschen.

Die wichtigsten Krankheiten im Überblick

Hantavirus – die ernsteste Bedrohung durch Mäuse

Das Hantavirus ist in Deutschland die bedeutsamste durch Nager übertragene Krankheit. Übertragen wird es fast ausschließlich durch die Rötelmaus – eine weit verbreitete Waldmaus, die aber auch in Gärten, Kellern und Schuppen vorkommt.

Übertragungsweg: Das Virus wird über Urin, Kot und Speichel infizierter Mäuse ausgeschieden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt in den meisten Fällen durch das Einatmen von kontaminiertem Staub – etwa beim Aufräumen eines Kellers, einer Garage oder eines Gartenhauses, in dem Mäuse genistet haben.

Symptome: Die Erkrankung beginnt meist mit grippeähnlichen Beschwerden – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit. In schweren Fällen folgt ein akutes Nierenversagen, das einen Krankenhausaufenthalt erfordert. In seltenen Fällen kann die Erkrankung lebensbedrohlich verlaufen.

Besonders gefährdet: Menschen, die in Kellern, Schuppen oder alten Gebäuden aufräumen oder renovieren, ohne Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Schutzmaßnahmen: Beim Aufräumen potenziell kontaminierter Bereiche Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3 tragen, Handschuhe verwenden und Bereiche vor dem Aufräumen mit Desinfektionsmittel einsprühen – niemals trocken ausfegen, da dabei kontaminierter Staub aufgewirbelt wird.

Leptospirose – die Rattenkrankheit

Leptospirose wird durch Bakterien der Gattung Leptospira verursacht und ist weltweit eine der häufigsten durch Tiere übertragenen Infektionskrankheiten. In Deutschland ist die Wanderratte das wichtigste Reservoir.

Übertragungsweg: Ratten scheiden Leptospiren über den Urin aus – häufig in Gewässer, Pfützen oder feuchten Boden. Menschen infizieren sich durch direkten Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Boden – über kleine Wunden, Schleimhäute oder die Augen. Nach Überschwemmungen steigt das Infektionsrisiko erheblich, da Rattenurin weitflächig verteilt wird.

Symptome: Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und kann in schweren Fällen zu Leber- und Nierenversagen führen – dem sogenannten Weil-Syndrom, das ohne Behandlung lebensbedrohlich ist.

Besonders gefährdet: Menschen, die nach Überschwemmungen in kontaminiertem Wasser arbeiten, Kanalarbeiter, Landwirte und Tierhalter.

Schutzmaßnahmen: Wunden vor Kontakt mit potenziell kontaminiertem Wasser oder Boden schützen, wasserdichte Handschuhe und Stiefel tragen, nach Überschwemmungen nicht barfuß durch stehendes Wasser waten.

Salmonellose

Salmonellen werden von Ratten und Mäusen über Kot auf Lebensmittel, Arbeitsflächen und Küchenutensilien übertragen. Nager, die in Küchen oder Vorratsräumen eingenistet haben, stellen damit ein direktes Risiko für die Lebensmittelsicherheit dar.

Übertragungsweg: Kontaminierte Lebensmittel oder Oberflächen, die mit Nagerkot in Berührung gekommen sind. Der Erreger wird durch den Mund aufgenommen.

Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe – in den meisten Fällen klingt die Erkrankung nach wenigen Tagen ab. Bei geschwächten Personen, Kindern und älteren Menschen kann sie jedoch schwer verlaufen.

Schutzmaßnahmen: Bei Anzeichen von Nagern in der Küche alle Lebensmittel sofort in verschlossene Behälter umfüllen, kontaminierte Oberflächen desinfizieren und sofort einen Kammerjäger einschalten.

Pest – historisch bekannt, heute selten

Die Pest – verursacht durch das Bakterium Yersinia pestis – ist historisch untrennbar mit Ratten verbunden. Die Rattenpest des Mittelalters wurde durch Rattenflöhe auf Menschen übertragen und tötete Millionen.

In Deutschland ist die Pest heute praktisch nicht mehr existent – aber sie ist kein reines Geschichtsproblem. In einigen Regionen Afrikas, Asiens und Amerikas werden noch immer Fälle gemeldet. Das Wissen um den Übertragungsweg – Rattenflöhe als Vektoren – unterstreicht, warum Nagerbefall immer auch ein Flohproblem sein kann.

Relevanz für Deutschland: Gering – aber das Prinzip der Vektorübertragung über Rattenflöhe gilt auch für andere Erreger.

Rattenbissfieber

Rattenbissfieber ist eine bakterielle Infektion, die durch den Biss oder Kratzer einer Ratte oder Maus übertragen wird – seltener auch durch kontaminierte Lebensmittel.

Übertragungsweg: Direkter Kontakt mit infizierten Nagern oder deren Ausscheidungen.

Symptome: Fieber, Ausschlag, Gelenkentzündungen und Kopfschmerzen. Unbehandelt kann die Erkrankung schwer verlaufen – mit Antibiotika ist sie jedoch gut behandelbar.

Relevanz für Deutschland: Selten, aber nicht ausgeschlossen – besonders bei Menschen, die engen Kontakt mit wilden Nagern haben.

Toxoplasmose

Toxoplasma gondii ist ein Parasit, der von verschiedenen Tierarten – darunter auch Nagetieren – übertragen werden kann. Menschen infizieren sich in den meisten Fällen über rohes Fleisch oder kontaminierte Erde – aber auch kontaminiertes Wasser und Lebensmittel, die mit Nagerkot in Berührung gekommen sind, können eine Infektionsquelle darstellen.

Symptome: Bei gesunden Erwachsenen verläuft Toxoplasmose meist symptomlos oder mit leichten grippeähnlichen Beschwerden. Gefährlich ist die Erstinfektion während der Schwangerschaft – sie kann zu schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen.

Schutzmaßnahmen: Lebensmittel vor Nagerkontamination schützen, Hände nach Gartenarbeiten gründlich waschen, bei Schwangerschaft besonders vorsichtig sein.

Flöhe, Zecken und Milben als Vektoren

Ratten und Mäuse tragen eine Vielzahl von Ektoparasiten – Flöhe, Zecken und Milben – die ihrerseits Krankheiten übertragen können. Rattenflöhe können Bandwurmeier übertragen. Zecken, die von Nagern als Wirtstiere genutzt wurden, können Borreliose und FSME übertragen. Vogelmilben und Rattenmilben verlassen ihre Wirtstiere, wenn diese sterben oder das Gebäude verlassen – und befallen dann Menschen.

Ein Nagerbefall im Haus ist deshalb nie nur ein Nagerproblem – er ist potenziell auch ein Floh- und Milbenproblem, das gesondert behandelt werden muss.

Schutzmaßnahmen bei Verdacht auf Nagerbefall

Bei Anzeichen eines Nagerbefalls im Gebäude sind folgende Sofortmaßnahmen wichtig:

Keine trockene Reinigung: Nagerkot und kontaminierter Staub dürfen niemals trocken ausgefegt oder aufgesaugt werden – dabei werden Erreger aufgewirbelt und eingeatmet. Stattdessen: Bereich zunächst mit Desinfektionsmittel einsprühen, kurz einwirken lassen, dann feucht aufnehmen.

Schutzausrüstung tragen: Beim Betreten potenziell kontaminierter Bereiche Einweghandschuhe und Atemschutzmaske FFP2 oder FFP3 tragen.

Lebensmittel sichern: Alle Lebensmittel, die mit Nagerkot oder Urin in Berührung gekommen sein könnten, sofort entsorgen.

Arzt aufsuchen: Bei Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen oder Übelkeit nach dem Kontakt mit einem potenziell kontaminierten Bereich sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden – mit dem Hinweis auf den möglichen Nagerkontakt.

Sofort Kammerjäger einschalten: Das Gesundheitsrisiko durch Nager ist real und darf nicht unterschätzt werden. Ein professioneller Kammerjäger beseitigt den Befall schnell und nachhaltig – und reduziert damit das Infektionsrisiko für alle Bewohner.

Fazit

Ratten und Mäuse sind keine harmlosen Mitbewohner – sie sind potenzielle Krankheitsüberträger, deren Ausscheidungen auch ohne direkten Tierkontakt gefährlich werden können. Hantavirus, Leptospirose, Salmonellen und weitere Erreger machen deutlich, dass ein Nagerbefall immer auch ein Gesundheitsthema ist – nicht nur ein Hygieneproblem. Wer Anzeichen von Nagern im Gebäude entdeckt, sollte nicht abwarten, sondern sofort handeln: einen Kammerjäger einschalten, kontaminierte Bereiche fachgerecht reinigen und bei gesundheitlichen Beschwerden umgehend ärztliche Hilfe suchen.

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